Mehrere Hundert Mal haben sie für andere Arbeitsplätze der Zukunft geplant, jetzt bauen sie erstmalig für sich selbst: In Bielefelds Schillerstraße 81 entsteht gerade der Neubau des Ingenieurbüros Schröder & Partner. Nächstes Frühjahr ist Einzug. Erst dann wird auch das 40-jährige Jubiläum gefeiert.

Ohne Zusammenarbeit über die Grenzen der Disziplinen hinweg lassen sich die großen Fragen der heutigen Wissenschaft nicht mehr beantworten. Das ist auch für den Laien verständlich. Jedoch eine große Herausforderung für alle, die innovative Forschungsgebäude planen und realisieren. Ein neues Meisterstück hat jetzt das Bielefelder Ingenieurbüro für Elektrotechnik, Schröder & Partner, abgeliefert: Vor wenigen Tagen wurde in der Hauptstadt der Neubau des Berliner Instituts für Medizinische Systembiologie (BIMSB) durch Bundeskanzlerin Angela Merkel eröffnet. Die Besonderheit des 16 Teams starken Forschungs-Hub am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin: Hoch flexible, weil projektbezogen genutzte Labore, in denen die theoretische und die experimentelle Arbeit der krankheitsbezogenen Genforschung nebeneinander stattfinden.

David Schaele (31) hat im Januar 2018 seine dreieinhalbjährige Ausbildung zum Technischen Systemplaner für Elektrotechnische Systeme im Bielefelder Ingenieurbüro Schröder & Partnerabgeschlossen. Und hat damit seinen Traumjob gefunden, wie er gerne zugibt. Gründe sind tolle Kollegen, dass es nie langweilig wird, weil es immer wieder neue Herausforderungen zu lösen gibt. Eine davon ist der angelaufene Wandel vom technischen Zeichnen zum Modellieren (BIM = Building Information Modeling) – genau das Richtige für den bekennenden Computerfreak Schaele.

Große Freude nach erfolgreicher Verteidigung ihrer Bachelorarbeit: (von links) Studiengangsleiter Prof. Dr.-Ing. Sven Battermann von der Fachhochschule Bielefeld mit den frisch gebackenen Ingenieuren für Elektrotechnik, Simon Zelmer, Luisa Sander und Jan Wöhning im Bielefelder Planungsbüro Schröder & Partner.

 

Beim Bielefelder Ingenieurbüro Schröder & Partner wurden jetzt drei bekannte Mitarbeiter noch einmal ganz neu begrüßt: Luisa Sander, Jan Wöhning und Simon Zelmer haben den akademischen Grad „Bachelor of Engineering“ (B.Eng.) mit Erfolg erworben. Das Trio arbeitet seit über dreieinhalb Jahren in dem Bielefelder Planungsbüro für Elektrotechnik und absolvierte gemeinsam eine duale Ingenieursausbildung, ein sogenanntes praxisintegriertes Studium. Während dieser Zeit waren Luisa Sander und ihre beiden Kollegen wechselweise elf Wochen im Unternehmen und zwölf Wochen im Hochschul-Campus Minden der Fachhochschule Bielefeld tätig.

„Wir freuen uns, dass uns alle drei treu bleiben und jetzt als rundum gut ausgebildete Projektleiter mit anpacken“, sagte Wolfgang Sander. Namens seiner Partner Burckhard Schröder und Uwe Burstädt beglückwünschte er den Ingenieursnachwuchs zu Mut und Fleiß für diesen Turbo-Einstieg in einen spannenden Beruf.

Biologisches Licht wirkt

Wie spannend dieser ist, zeigt ein Blick auf die Themen der Bachelorarbeiten. Luisa Sander hat sich intensiv mit HCL – Human Centric Lighting beschäftigt. Darin geht es um die Wirkung von Licht auf die Menschen am Arbeitsplatz. Luisa Sander entwickelte ein biologisch wirksames Beleuchtungskonzept, durch welches die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter im Tagesverlauf gesteigert wird. Dazu Burckhard Schröder: „Ihre Arbeit zeigt, dass es neue Technologien wie das biologische Licht, wert sind in effektivere Beleuchtungskonzepte aufgenommen zu werden.“

Sicherer Wohnen im Alter

Mit dem Thema „Wohnen im Alter 4.0“ beschäftigte sich Jan Wöhning in seiner Bachelorarbeit. Er entwickelte eine intelligente Gebäudetechnik für die Bewohnerzimmer von Alten- und Pflegeheimen, die Komfort und Sicherheit zugleich erhöhen. Zusätzlich wurden auch Anforderungen des Datenschutzes berücksichtigt. Partner Uwe Burstädt freut sich darauf, das neu entwickelte Modell zum ersten Mal in die Praxis umzusetzen: „Das ist ein Meilenstein in der Gebäudeautomation in Alten- und Pflegeheimen.“

Teure Gebäude flexibler nutzen

Mit der flexiblen Nutzung von Forschungs- oder Wirtschaftsgebäuden befasste sich Absolvent Simon Zelmer. Er analysierte die Einsparpotenziale einer integralen Gebäudeautomation und prüfte auch Modelle einer flexiblen Raumnutzung, die durch einfache Umprogrammierungen möglich wird. Vielfältige Überwachungsfunktionen, Analyse-Tools und Visualisierungen helfen dabei, die großen Verbraucher in einem Gebäude schneller zu identifizieren. So wird möglich, diese besser zu steuern, damit insgesamt weniger Energie verbraucht wird. „Von intelligenten TGA-Konzepten erwartet die Fachwelt mehr Komfort, mehr Sicherheit und weniger Energieverbrauch. „Dass das geht, hat Simon Zelmer mit seiner Arbeit bewiesen“, brachte Partner Wolfgang Sander die Freude über Zelmers Bachelorarbeit zum Ausdruck.

Besondere Anstrengung lohnt

Der Nachwuchs und auch die alten Hasen im Ingenieurbüro waren sich einig, dass sich die gemeinsamen Anstrengungen eines praxisintegrierten Studiums für alle Seiten gelohnt haben. Dieser Weg erlaube auch den kleinen und mittleren Unternehmen, eigene Ideen für Innovationen mit gesicherten Analysen zu prüfen und in die Praxis umzusetzen. Professor Dr. Wetter, Dekan der Fachhochschule Bielefeld unterstreicht: „Das praxisintegrierte Studium hat sich zum Erfolgsmodell entwickelt.“

„Herkulesaufgabe mit Bravour erfüllt“

Prof. Dr.-Ing. Sven Battermann, Leiter des Bachelorstudiengangs Elektrotechnik (praxisintegriert) an der Fachhochschule Bielefeld, würdigte besonders die Leistung der Kollegen und Chefs bei Schröder & Partner: „Drei junge Ingenieure gleichzeitig und erfolgreich durch ein praxisintegriertes Studium zu begleiten, kann ein Technologiekonzern problemlos leisten. Aber für ein großes Planungsbüro wie Schröder & Partner ist es zweifelsohne eine Herkulesaufgabe, die mit Bravour erfüllt wurde.“